Arbeitsgruppe Digitale Romanistik

Der geisteswissenschaftliche Alltag an den Hochschulen in Deutschland und dar­über hinaus unterliegt seit einigen Jahren tiefgreifenden und nachhaltigen Verän­derungsprozessen, die in dieser Form und Intensität ein Novum darstellen. Diese Veränderungsprozesse gründen auf der gesellschaftlich und technologisch be­dingten Bedeutungszunahme und zunehmenden Selbstverständlichkeit der Ver­wendung von digitalen Medien, elektronisch verfügbaren Informationen und computergestützten Werkzeugen. Die bisherige geisteswissenschaftliche Praxis wird durch diesen Wandel nicht pauschal in Frage gestellt, sondern in vielfältiger Weise ergänzt, erweitert und verändert. Die weitreichende und immer stärkere Vernetzung der Forschenden, die schnellere Kommunikation von Forschungser­gebnissen und die zunehmende Digitalisierung der Forschungsgegenstände sind in diesem Kontext nur drei zentrale Aspekte eines weitreichenden Prozesses, der als die Emergenz eines „digitalen Paradigmas“ in den Geisteswissenschaften be­zeichnet werden kann und häufig unter dem Stichwort der „Digitalen Geisteswis­senschaften“ verhandelt wird.

Der Vorstand des DRV hat im Juli 2013 und Januar 2014 die Einrichtung der Arbeitsgruppe „Digitale Romanistik“ intensiv beraten und gut geheißen. Ausschlaggebend für diesen Beschluss war das Argument, dass es sich gleicher­maßen um ein wissenschaftliches und wissenschaftspolitisches Arbeitsfeld han­delt. Der Vorstand ist der Ansicht, dass die deutschsprachige Romanistik über die Möglichkeit verfügen sollte, sich in die zunehmend wichtigen Prozesse von Stan­dard- und Normsetzungen in diesem Bereich einbringen zu können.

Ziele der Arbeitsgruppe

Das übergeordnete Ziel der Arbeitsgruppe „Digitale Romanistik“ ist es, die Konsequenzen der Digitalisierung in ihren Herausforderungen und Chancen für unterschiedliche Fachgebiete und Teilaspekte zu reflektieren. Dies bedeutet, die spezifische Perspektive der romanistischen Sprach-, Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Fachdidaktik auf die Digitalisierung sichtbar zu machen und die Bedürfnisse der Romanistik an digitale Datenbestände, Infrastrukturen, Ausbildungsmöglichkeiten, Förderstrategien und vieles mehr zu formulieren. Die Arbeitsgruppe möchte auf diese Weise den DRV und die Romanistik als Fach dabei unterstützen, zu den anstehenden Fragen eigene Positionen weiter zu entwickeln, Empfehlungen für Zukunftsstrategien zu formulieren, sich aktiv an nationalen und europäischen Prozessen zu beteiligen sowie das bedeutende Gewicht der Romanistik in den Geisteswissenschaften auch im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften gegenüber Forschungsförderern, Universitätsleitungen und der breiteren Öffentlichkeit deutlich zu machen. Außerdem wollen wir Ansprechpartner für KollegInnen sein, die mit konkreten Fragen zum Thema "Digitale Romanistik" an uns heran treten möchten, weiterführende Informationen benötigen oder eine strategische Beratung suchen. (Weitere Informationen zur Arbeitsgruppe sind im Mitteilungsheft des DRV im Frühjahr 2014 erschienen und unter folgendem Link einsehbar: https://zenodo.org/record/11807?ln=en.)

Themen

Mitglieder der Arbeitsgruppe

  • Dr. Isabel von Ehrlich, LMU München
  • Prof. Dr. Hanno Ehrlicher, Univ. Augsburg
  • Prof. Dr. Annette Gerstenberg, FU Berlin
  • Dr. Tobias Kraft, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • Dr. Ulrike Mühlschlegel, Ibero-Amerikanisches Institut Berlin
  • PD Dr. Nanette Rißler-Pipka, Univ. Augsburg / Univ. Siegen
  • Dr. Christof Schöch, Univ. Würzburg (Koordination)
  • Dr. Harald Völker, Univ. Zürich (Mitglied des Vorstands des DRV)

Kontakt