Elise Richter
Elise Richter wurde am 2. März 1865 in Wien in einer jüdischen Familie geboren. Ihr Vater war der Arzt Maximilian Richter, ihre Schwester die promovierte Anglistin Helene Richter. Elise Richter legte 1897 als Externe die „Matura“ (Abitur) am Akademischen Gymnasium in Wien ab und studierte ab WS 1897, direkt nach der Zulassung von Frauen zum Studium, an der Universität Wien romanische, klassische, indogermanische und germanische Philologie.
Ihre Doktorarbeit mit dem Titel Zur Entwicklung der romanischen Wortstellung aus der lateinischen wurde von Wilhelm Meyer-Lübke betreut und im Juli 1901 abgeschlossen. Nach ihrer Habilitation (Habilitationsschrift mit dem Titel AB im Romanischen, 1904) erhielt sie trotz des Widerstands von Seiten der Fakultät 1907 die Zulassung als Privatdozentin und 1921 den Titel einer außerordentlichen Professorin. Sie verfasste eine Reihe von bedeutenden Schriften im Fach Romanistik.
1938 wurde ihr der Professorentitel und die Lehrbefugnis aufgrund der rassistischen Gesetzgebung der Nationalsozialisten wieder entzogen sowie ihr Lehrauftrag gestrichen. Mit ihrer Schwester Helene wurde sie im Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 21. Juni 1943.
