Der Preis trägt den Namen der Wiener Jüdin und Romanistin Elise Richter (1865-1943), die aufgrund ihrer innovativen wissenschaftlichen Leistungen als Namensgeberin gewählt wurde. 1907 erhielt Elise Richter die Lehrberechtigung für romanische Philologie, 1938 wurde sie ihr aufgrund der rassistischen Gesetzge­bung der Nationalsozialisten wieder entzogen. Elise Richter kam im Konzentrati­onslager Theresienstadt um.

Ausschreibung des Elise Richter Preises 2015

Der Deutsche Romanistenverband schreibt zum neunten Mal den Elise Richter Preis aus. Alle zwei Jahre wird dieser Förderpreis anlässlich des Romanistenta­ges vergeben. Der Preis wird für herausragende Promotionen und Habilitatio­nen ver­liehen und ist mit 1500 Euro dotiert. Alle Verbandsmitglieder sind vor­schlagsbe­rechtigt, Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Eingereicht werden können Ar­beiten, bei denen das Promotions- bzw. Habilitationsverfahren zwischen dem 01.04.2013 und dem 30.04.2015 abgeschlossen wurde. Ende der Vorschlagsfrist ist der 15. Mai 2015. Die Vorschläge werden an die Erste Vor­sitzende des Deut­schen Romanistenverbandes gerichtet:

Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer
Universität Mannheim
Romanisches Seminar
Abteilung Sprach- & Medienwissenschaft
L 15, 1-6
D-68131 Mannheim
eckkrammer@phil.uni-mannheim.de

Dem Antrag wird in gedruckter und elektronischer Form ein Exemplar der Qualifikationsschrift beigefügt sowie in elektronischer Form eine Würdigung der Arbeit (ca. 1-2 Seiten) und ein Lebenslauf (ca. 1-2 Seiten).

Bisherige Preisträger

2015

Promotionspreise
Berit Callsen: Mit anderen Augen sehen:  Kontinua aisthetischer Poetiken in der französischen und mexikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts (1963-1984)
Christine Paasch-Kaiser: El castellano de Getxo. Estudio empírico de aspectos morfológicos, sintácticos y semánticos de una variedad del castellano hablado en el País Vasco
Vittorio Prada: Videocrazia e teatralizzazione della politica nell’era berlusconiana. Potere dell’immagine e nuove strategie comunicative (1994-2012)
Habilitationspreis
Daniel Winkler: "Per non tradire, quanto è in me, la maestà e maschia sublimità della tragedia". Körper, Revolution und Nation bei Vittorio Alfieri und im alfieranischen Theater der Sattelzeit

2013

Promotionspreise
Klaus Grübl: Varietätenkontakt und Standardisierung im mittelalterlichen Französisch. Theorie, Forschungsgeschichte und Untersuchung eines Urkundenkorpus aus Beauvais (1241 - 1455)
Nina Preyer: Severo Sarduys Zeichenkosmos: Theorie und Praxis einer Romanpoetik des neobarroco cubano
Habilitationspreis
Steffen Schneider: Kosmos - Seele - Text. Formen der Partizipation und ihre literarische Vermittlung. Marsilio Ficino, Pierre de Ronsard, Giordano Bruno

2011

Promotionspreise
Francesco Gardani: Dynamics of Morphological Productivity. A Synchronic Analysis and Diachronic Explanation of the Productivity of Nominal Inflection Classes from Archaic Latin to Old Italian Terms of Natural Morphology
Sabine Narr-Leute: Die Legende als Kunstform. Hugo, Flaubert, Zola
Habilitationspreis
Natascha Ueckmann: Ästhetik des Chaos. Créolisation und Neobarroco im franko- und hispanokaribischen Gegenwartsroman

2009

Promotionspreise
Sandra Ellena: Die Rolle der norditalienischen Varietäten in der Questione della lingua
Jenny Haase: Verflochtene Geschichten. Konstruktionen Patagoniens in Reiseberichten und historischen Romanen mit Schwerpunkt auf Iberoamerikanischer Literatur (1977-1999)
Philipp Jeserich: Musica naturalis. Tradition und Kontinuität spekulativ-metaphysischer Musiktheorie in der Poetik des französischen Spätmittelalters
Habilitationspreis

Michael Schwarze: Sprachen der Absenz. Literatur der Moderne in Italien (1919-1943)

2007    

Promotionspreis    
Vahram Atayan: Makrostrukturen der Argumentation im Deutschen, Französischen und Italienischen

2005    

Promotionspreise
Jutta Weiser: Vertextungsstrategie im Zeichen des ‚désordre’. Rhetorik, Topik und Aphoristik in der französischen Klassik am Beispiel der ‚Maximes’ von La Rochefoucauld
Ursula Reutner: Sprache und Identität einer postkolonialen Gesellschaft im Zeitalter der Globalisierung
Habilitationspreis
Ulrike Schneider: Der weibliche Petrarkismus im Cinquecento. Studien zu Vittoria Colonna und Gaspara Stampa

2003

Promotionspreise
Cordula Neis: Anthropologie im Sprachdenken des 18. Jahrhunderts. Die Berliner Preisfrage nach dem Ursprung der Sprache (1771)
Carsten Sinner: El castellano de Cataluña. Aspectos cualitativos y cuantitativos
Robert Fajen: Die Lanze und die Feder. Untersuchungen zum 'Livre du Chevalier errant' von Thomas III., Markgraf von Saluzzo

2001

Promotionspreis
Christiane Solte-Gresser: Leben im Dialog. Wege der Selbstvergewisserung in den Briefen von Marie de Sévigné und Isabelle de Charrière
Habilitationspreis
Eva Lavric: Fülle und Klarheit. Eine Determinantensemantik Deutsch – Französisch – Spanisch

1999

Promotionspreis
Habilitationspreis
Gerald Bernhard: Das Romanesco des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Variationslinguistische Untersuchungen

Elise Richter (1865-1943)

Quelle:
Elise Richter: Summe des Lebens. Hrsg. v. Verband der Akademikerinnen Österreichs. Wien, WUV-Universitätsverlag, 1997.